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adda – Diskurse

 

women power
oder
black power

wo stehen wir
wo gehen wir hin

wo wohnen wir
wo bauen wir
was vermessen wir

lass uns dichten
zitierend
oder
ohne zu zitieren

...lasst uns schreiben!

forum: Räumliche, zeitliche wie gedankliche Offenheit eines Ortes für und von gleichberechtigt agierenden Menschen.

adda: ein nicht weiter definierter sozialer Raum des freien Sprechens, Debattierens, Denkens, gar Quatschens unter Freunden, wie es in der bengalischen Kultur – aber es lassen sich weltweit gleichwertige Institutionen finden, von der ostafrikanischen baraza zur französischen Cafékultur, von der lateinamerikanischen tertulia zu den majlis in arabischen Ländern – bekannt und üblich ist.

Die verschiedenen adda, ob sie den Alltag eines von Vertreibung bedrohten squatter settlement in Dhaka oder die Kontroverse über „Entwicklung“ behandeln, bieten Raum für Streitgespräche, Reflexionen und Entwürfe zu Habitat-relevanten Themen und laden zum Mitmachen ein.

Paradigmising
Karail Bosti

Vertreibungswahn und Alltagsleben mischen sich und prägen sowohl strukturell als auch sozial die Squatter-Siedlung inmitten eines florierenden Viertels der Megacity Dhaka. Was macht sie zu einem Paradigma heutiger weltweiter Diskussionen und Praktiken der Stadtentwicklung? Die Antwort liegt in der Widersprüchlichkeit verschiedener Interessen, die sich um den Ort versammeln - die des Staats, der auf public-private-partnership-Basis die Fläche "entwickeln" möchte; die der Bewohner, die zunehmend beängstigt sind, doch ihr im Laufe von 30 Jahren gebildetes Habitat nicht verlassen möchten; die einer zerstreuten "Zivilgesellschaft", die auf die rührenden TV-Berichte empört und solidarisch reagiert, doch kein langfristiges Engagement entgegenbringt. Gegenwärtig sehen sich die rund 100.000 Bewohner von Karail Bosti von immer häufigeren Angriffen durch den Staat und weitere semi-private Eigentümer des Lands bedroht. "Schutz"-Mauer werden gezogen, Bauten am See verboten und entfernt, Läden an Verkehrswegen zerstört. Während die Probleme von urbaner Armut und Wohnungsnot weiterhin verschwiegen bleiben, wird eine neue Politik der Einschüchterung und "softer", jedoch effizienter progressiver Vertreibung betrieben. Mehr...

Differenz, Wiederholung, Maß

Die Frage hat nicht rein philosophischen Charakter, sondern stellt sich mit deutlichen Implikationen für die Praxis: Wie positioniert man sich heutzutage gegenüber „Entwicklung“? Kann das Problem der westlichen Herkunft und kapitalismustauglichen Auslegung von Begriffen wie „Entwicklung“ und „Fortschritt“ etwa durch eine auf postcolonial und subaltern studies beruhenden „Ethik der Entwicklung“ beseitigt werden (und könnte diese „Ethik der Entwicklung“ von westlichen und nicht-westlichen bzw. metropolitanen und nicht-metropolitanen Subjekten geteilt werden)? Bevorzugt man eine „Ethik der Differenz“, welche die diversen Fortschritte, Geschwindigkeiten, Auffassungen und Wertvorstellungen unserer Welt enthält und die Normativität von „Entwicklung“ überwindet, wird es hingegen zu ergründen sein, wie sich historische Abwicklungen, Brüche, Fort- und Rückschritte noch denken lassen. Mehr...